Ich weiß, dass ich es schaffen werde ...

Zur Zeit lese ich eine Geschichte von einer guten Freundin. Und gerade gestern, als es mir so Scheiße ging, komme ich an eine Stelle, die mich sehr angesprochen hat.

 Deswegen möchte ich sie hier zitieren:

"Ich weiß, dass ich all diese negativen Gefühle zur Seite schieben muss. Dass ich nicht daran verzweifeln darf, was mir passiert ist. Nicht in dieses Loch fallen darf, aus dem ich irgendwann nicht wieder ´raus komme. Das mich verschlingt, wenn ich ihm die Möglichkeit gebe...

Aber es ist so verdammt schwer!

Trotzdem werde ich es versuchen. Die Dämonen bekämpfen, sie zurück drängen. Ich weiß, dass ich das schaffen kann."

Quelle: "Gebrandmarkt" von Kitty Ballou & Blackpoetcat

4 Kommentare 6.3.10 18:32, kommentieren

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Immer noch ...

*grmpf* Ich habe immer noch Suizidgedanken.

Eigentlich sollten sich die Leute doch langsam an Schnee gewöhnt haben, aber nein, sie kriechen mit 50 - 60 km/h über die Straße. Ich merke, dass mir alles egal ist. Nun gut, fast alles. Ich will niemanden verletzen, aber der Gedanke, ins Nichts zu brettern war heute wieder verführerisch - erschreckend unbeteiligt und obercool fühlt sich der Gedanke an den Tod an. Als wäre ich ein liebeskranker Teenager auf Drogen.

Dabei ist es alles andere als obercool. Meine Freundin, die ich heute besucht habe, war total erschrocken, als ich ihr von gestern erzählt habe. Ich hätte es nicht tun sollen (mit ihr darüber reden), jetzt macht sie sich Sorgen um mich. Mir war nur nach lachen zumuten, nach einem kaputten, kranken Lachen, als wäre das alles ein Witz.

 

Scheißgefühl ...

2 Kommentare 5.3.10 20:26, kommentieren

Lasst uns Orks jagen!

Der Titel ist so passend wie Spinat im Schokopudding.

Tja, ich würde ja gern meine bösen Geister jagen, aber wie so oft ist mal wieder nichts greifbar!

Das einzige was klar ist: Heute war mal wieder ein schwarzer Tag. Ständig musste ich heulen. Zum Glück war das Wetter anderer Meinung und so konnte ich mich nach meiner Therastunde ins Auto schwingen und an die Elbe fahren. Eigentlich wollte ich lieber im Wald spazieren gehen. Doch ich hätte wohl mindestens 20 km fahren müssen, um etwas zu finden, was auch nur annähernd den Namen "Wäldchen" verdienen würde. Ich brauchte unbedingt mal wieder richtige Natur. Doch die Sonne stand schon so niedrig, der Boden ist bestimmt sehr feucht und zwischen den Bäumen schattig und kalt. Also bin ich an den Anlieger gefahren. Da ist wenigstens Sonne satt.

Doch schon auf der Fahrt dahin hatte ich nur Gedanken wie: "Heute ist ein guter Tag zum Sterben!" - Musik voll aufdrehen, Geschwindigkeit immer schneller und dann ...

Doch (zum Glück?) schleichen die Autos vor mir, der Gegenverkehr hindert mich daran zu überholen und Bäume finden sich auch nicht am Straßenrand. Abgesehen davon - ich liebe Bäume.

Also weiter bis zur Elbe. Da wird mir der Wind schon den Kopf wieder freipusten.

Es ist tatsächlich sehr windig, die Elbe hat Hochwasser und ist stürmisch zerzaust, wie ich sie noch nie erlebt habe. Die Absperrung vor der Anliegestelle ist offen. Ich stehe einen Schritt vor dem aufgepeitschten, braunen, undurchsichtigen Wasser. Und ich denke: "Bei dieser Kälte müsste es eigentlich ganz schnell gehen ..."

Der Sog wird immer stärker. Doch der Gedanke an meinen Sohn, der vor einem halben Jahr nach Wien gezogen ist, lässt mich zu mir kommen. Er hätte sicher Schuldgefühle.

Beim Spaziergang entlang der Elbe denke ich darüber nach, wie meine Jungs darauf reagieren würden, wenn ich doch meinem Leben ein Ende setzen würde, irgendwann. Würden sie damit klar kommen oder sich ewig Vorwürfe machen? Gibt es eine Möglichkeit, sie darauf vorzubereiten? So nach dem Motto: Falls mir mal "was passiert", dann hat das nichts mit euch zu tun. Es liegt an meinem Leben, meiner Geschichte und meinem Unvermögen, damit klar zu kommen. Ich hab Euch lieb, aber ich liebe mein Leben nicht. Ob sie das verstehen würden??

1 Kommentar 5.3.10 00:37, kommentieren

Chaos überall

Die beiden Termine letzte Woche haben mich geschafft. Schon nach dem Gespräch am Dienstag war ich so erledigt, dass ich mich zu Hause erst einmal hingelegt habe. Dabei war gar nichts weiter, grade mal 10 Minuten unterhalten, nix Schlimmes passiert. Am Donnerstag mein Erstgespräch zum Ambulanten betreuten Wohnen lief auch ganz gut. Das dauerte allerdings anderthalb Stunden und war anstrengend. Doch der Mitarbeiter war sehr nett und verständnisvoll. Ich musste auch nichts von meinen Erlebnissen früher erzählen. Nur was ich jetzt für Probleme habe, wo ich konkret Hilfe brauche, wie meine soziale Lage, berufliche Situation aussieht usw.

Das ging eigentlich soweit ganz gut, meine Sozialarbeiterin war dabei und das hat mir Sicherheit gegeben, sie brauchte kaum was sagen. Nur manchmal, wenn ich nicht weiter wusste oder nicht reden konnte, hat sie kurz was gesagt.

Der Mitarbeiter hat auch angeboten, dass ich dann von einer Kollegin betreut werden könne, da ich von Traumaerfahrungen in der Kindheit berichtet hatte (also nur diese allgemeine Aussage). Das fand ich sehr gut. Er ist ja wirklich nett, doch die Sozialarbeiterin meinte hinterher auch, dass es besser wäre, mit einer Frau zusammen zu arbeiten, weil die Beziehungsarbeit doch sehr intensiv werden kann und wohl bis zu 2 Jahren dauert.

Doch so gut das Gespräch auch gelaufen ist - mein Körper ließ sich davon nicht beeinflussen, der hat hinterher alle Register gezogen mit Angst, tiefer Depression und heftigen körperlichen Symptomen. Dazu kamen noch massivere Schlafstörungen und schlimme Alpträume jede Nacht ...

Am Wochenende ging gar nichts mehr. Ich hätte tagsüber nur noch schlafen können, nachts ging es ja kaum. Am Sonntagnachmittag schließlich saß ich total erstarrt auf dem Sessel und konnte gar nichts mehr tun. Nach 1 oder 2 Stunden hatte ich die Idee, bei der Telefonseelsorge anzurufen, doch ich war nicht in der Lage aufzustehen. Zum Glück lag vor mir auf dem Tisch mein Adressbuch, das ich diesen Sommer neu angelegt habe. Das hab ich durchgeblättert, bis ich eine Freundin gefunden habe, die ich mich getraut hab, in diesem Zustand anzurufen. Ich wusste, dass es ihr zur Zeit auch nicht gut geht. Sie macht gerade eine üble Trennung durch. Doch ich hoffte, dass sie mich versteht. Hab sie auch wirklich erreicht und sie hat mir erzählt, wie es ihr in letzter Zeit ergangen ist. Das hat mich soweit abgelenkt, dass ich mich wieder etwas bewegen konnte. Hab ihr gar nichts weiter von mir erzählt, außer dass es mir nicht gut geht, hab viel zugehört. Und zwischendurch konnte ich auch auf sie eingehen, manchmal sogar lachen. Jedenfalls hat es mir gut getan, mit jemanden zu reden.

Nach dem Telefonat konnte ich aufstehen und hab mir dann was heißes zu trinken gemacht und danach sogar aufgewaschen.

 

Ich hänge wieder in einem richtig tiefen Loch drin. Schon kurze Zeit nach einer wirklich tollen Silversterwoche mit und bei sehr guten Freunden bin ich total abgestürzt.

Einerseits ist es toll, in netter Gesellschaft zu sein, wo einen die Leute mögen und einen so nehmen, wie man ist. Es war wie in einer ganz anderen Welt.

Doch zu Hause war wieder die Realität und die Erkenntnis, dass ich total unnormal bin, dass ich wohl nie soweit komme, liebe Freunde einfach mal zu mir einzuladen, zu feiern, normal zu arbeiten, zu leben ... einfach zu leben ohne diese ständige Scheißangst, ohne diese wiederlichen Träume, ohne diese Schmerzen ... Endlich meinen Alltag in den Griff bekommen, den Tag und meinen Haushalt schaffen, die Wohnung so hinbekommen, dass man ohne sich zu schämen, Leute einladen kann ...

 

Morgen, d.h.eigentlich schon heute, kommt die Sozialarbeiterin und will mit mir den Sozialhilfeantrag ausfüllen. Ich bin ja froh, dass ich die angekündigten 11 Seiten (die spinnen doch!!!) nicht alleine durcharbeiten muss, doch ich hab echt Angst, sie hier reinzulassen.

Hab gestern in einer Hauruckaktion mein Bett auseinander genommen, weil mein Schlafzimmer total vollgemüllt ist, d.h. es stehen immer noch massig unausgepackte Bücherkisten und Kartons rum. Außerdem ist es an einer Seite kaputt, mal schaun, ob ich es reparieren kann. Nun stehen teilweise Kartons im Schlafzimmer, ein Teil in der Wohnstube, im Flur muss man sich an den Bettteilen vorbei quälen ... Chaos pur. Und dann kommt am Nachmittag auch noch der Handwerker, der sich die verschimmelten Wände ansehen will. Im Schlafzimmer ist nämlich jetzt auch noch eine Außenwand befallen. D.h. ich muss ihn morgen durch die ganze Wohnung führen, weil in Küche und Bad bei den Fenstern auch Schimmel ist und in der Wohnstube die Wand hinterm Sofa. Chaos überalll! Ich hoffe nur, sie denken nicht, dass es bei mir immer so aussieht!

Also es sieht schon schlimm aus bei mir, doch ganz so extrem wie im Moment nicht. Bisher war zumindest außer der Schlafstube alles vorzeigbar, nicht gemütlich, weil zu vollgestopft, aber betretbar.

Am liebsten würde ich alles absagen und mich nur noch im Bett verkriechen!!!

28.1.10 00:35, kommentieren

Gedanken zum Schreiben

Doch das eigentliche Problem bei der ganzen Geschichte ist ein völlig anderes: Es klingt lächerlich, doch ich habe Angst davor, mich schriftlich festzulegen. Angst davor, dass ich was falsches schreibe ... dass mir jemand einen Strick daraus dreht ... dass ich mich festlege auf etwas und sich dieses dann als falsch erweist ... Angst vor den Folgen, wenn jemand liest, was ich geschrieben habe. So ist es immer, wenn ich irgendwelche Anträge oder Formulare ausfüllen muss. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass ich hier mit dem Schreiben aufgehört habe.

Ich wollte schon als Kind immer gerne Tagebuch schreiben, doch ich hatte Angst, dass mein Stiefvater es findet. Er hat ja eh immer mein Zimmer durchwühlt. Ich hatte auch Angst davor, dass es irgendwann mal jemand Fremdes liest oder meine Kinder ... dass man mich für einen schlechten Menschen hält oder für eine Lügnerin ...

Diese Angst scheint mich wohl noch heute zu begleiten wie so viele andere auch ...

Hm, also hat das Geschreibsel wenigstens eine kleine Erkenntnis gebracht.

 

1 Kommentar 21.1.10 01:17, kommentieren

Tausend Jahre später ...

Ewig hab ich hier schon nicht mehr geschrieben ...

Hab es irgendwie als Last empfunden, jeden Tag was schreiben zu "müssen". Obwohl es ja meine eigene Entscheidung war, diesen Weg zu wählen. ... tja ...

Nun ja, seit einigen Tagen gehen mir so viele Gedanken durch den Kopf und ich habe das Bedürfnis, sie nieder zu schreiben, um sie irgendwie ordnen zu können ...

Ich hab das Gefühl, dass einfach nichts stimmt, kein Tag läuft so, wie es sein sollte ...

Ich habe dauernd Angst ... und denke immer öfter an den Tod ...

Es kommt mir vor, als würde sich einfach nichts verändern. Wozu weiter machen, wenn es doch nichts bringt? Wenn alles immer so bleibt ...

Diese Woche habe ich endlich meinen Antrag auf "Teilhabe am Arbeitsleben" fertig bekommen und abgeschickt. Seit September krampfe ich damit rum. Doch nach der Kur gings mir so beschissen ... und dann die Unterleibs-OP und 3 Monate krank. So krank, dass eine Teilnahme an irgendeiner Maßnahme eh nicht möglich gewesen wäre.

Dennoch hatte mich die Angst mal wieder voll im Griff, als ich Dienstag zum Reha-Berater musste. Ich dachte, ich bekomme Schwierigkeiten, weil ich so lange für den Antrag gebraucht habe. Doch der Berater war gar nicht auf dem Laufenden. Er hat sich das Neueste mitteilen lassen und mir Unterstützung zugesichert. Wie schon vor über 1 Jahr und da ist nichts von seiner Seite gekommen. Na ja, wenigstens habe ich ihn nicht gegen mich.

Morgen habe ich ein Erstgespräch  beim Ambulanten betreuten Wohnen. Leider ist mein Gesprächspartner dort ein Mann. Keine Ahnung, ob ich in der Lage sein werde, über mich, meine Geschichte, Krankheit, Symptome und Probleme zu reden. Einerseits möchte ich nicht, dass irgend jemand erfährt, wie es wirklich hinter meiner Fassade aussieht, andererseits ist klar, dass es so nicht weiter gehen kann und dass ich es ohne Hilfe wohl nicht schaffe, meine Situation zu verändern ...

Hm, in 13 Stunden weiß ich mehr ...

1 Kommentar 21.1.10 01:01, kommentieren

Was hat mich heute ~ (Do, 12.2.2009)

~ überrascht: Eigentlich hat mich mein Sohn schon vor 2 Wochen gefragt, ob am Wochenende 2 Mädels bei uns übernachten können. Ich hab zugestimmt unter der Voraussetzung, dass bis dahin die Kisten in der Stube aussortiert sind, der Kühlschrank eingeräumt ist und die Wohnung ordentlich aussieht. Gestern fiel es mir ganz plötzlich wieder ein, dass wir Besuch bekommen. Das hat mich ganz schön erschreckt, bekam heute wieder leichte Anflüge von Panik, aber ich hab es gut in den Griff bekommen. Langsam entwickle ich Routine darin, die körperlichen Anzeichen wahrzunehmen, es rechtzeitig zu erkennen und entsprechend gegensteuern zu können.

~ berührt/bewegt: Ich war heute ganz stolz auf mich, weil ich die gesamte Haushaltswäsche, also Hand- und Geschirrtücher, Bettwäsche und Tischdecken, sowie die Gardinen sortiert, in die Schrankwand eingeräumt und unbrauchbares entsorgt habe. Ein Großteil der Wäsche war schon in der Schrankwand, doch ich hatte dort auch Vasen, Kerzenständer u.a. in den Schränken und so war einfach nicht genug Platz für alles. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel schaffe. Eigentlich wollte ich es nach und nach machen, aber es lief einfach wie von selbst. *freu*

~ inspiriert: Der Besuch der jungen Damen (*gg*) am Samstag hat mich an HPs Geburtstagsfeier erinnert, damals bin ich zu meiner Freundin gefahren und hab dort übernachtet. Also hab ich sie heute angerufen und gefragt, ob sie am Wochenende was vorhat und wir unseren freitäglichen Kreativnachmittag nicht auf Samstag verschieben könnten und ich dann bei ihr übernachten dürfe. Sie war einverstanden, hatte sie mir ja schon Silvester zugesichert, dass ich gerne bei ihr schlafen darf, wenn ich möchte. Also machen wir uns wieder einen gemütlichen Abend und die jungen Leute haben sturmfreie Bude und ich nicht den Stress des Besuches, der ja eh nicht für mich ist. Sicher hätte ich sie auch gern kennen gelernt, schließlich kommen sie aus Österreich bzw. der Schweiz, aber es sind ja nicht meine Freunde. So können sie in der Stube DVDs schauen, den PC nutzen und sich entfalten. Es hätte mich nicht gestört, ich hab halt nur das Problem, überhaupt jemanden in meine Wohnung zu lassen und leide vorher sehr unter Stress- und Angstzuständen, wenn ich weiß, dass uns jemand besuchen kommt. So bin ich nicht da und das hat beim letzten Mal sehr entspannend gewirkt.

1 Kommentar 13.2.09 01:19, kommentieren